Dazwischen-Land || Land In-Between

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Dazwischen-Land

When I thought I lost me

You knew where I left me

You reintroduced me to Your love

You picked up all my pieces

Put me back together

You are the defender of my heart

Übersetzung:

Als ich dachte, ich hätte mich verloren

Wusstest du, wo ich mich gelassen hatte

Du hast mich wieder an Deine Liebe herangeführt

Du hast all meine zerbrochenen Stücke aufgesammelt

Und mich wieder zusammengesetzt

Du bist der Verteidiger meines Herzens

(Lyrics aus dem Lied „Defender” [„Verteidiger“] von Rita Springer)

Es ist immer noch unglaublich, wieder ich selbst zu sein und zu fühlen, dass ich ganz bin, dass ich gefunden bin. Der Kontrast zwischen jetzt und dieser Zeit letztes Jahr unterstreicht umso mehr, wie sehr ich mich verloren hatte. Ich könnte es nicht besser ausdrücken als der Songtext: Ich bin so berührt, erstaunt und dankbar, dass Gott wusste, „wo ich mich gelassen hatte“, und dass Er genau verstand, wie Er mich „wieder zusammensetzen“ konnte. Ja, Er hat die ganze Zeit über mein Herz verteidigt und beschützt, selbst in jenen dunkelsten Momenten, als ich Ihm sagte, dass Er doch einfach damit aufhören solle, dass Er mich doch einfach den zerstörerischen Weg nehmen lassen solle – nur um Ihn eine Minute später anzuflehen, nicht auf mich zu hören, weil solch ein Wunsch nicht aus einem gesunden Verstand kommt. Und seht nur, was Er getan hat, seht, wo ich jetzt bin: Ich kann in den Spiegel schauen, ohne von Ekel erfüllt zu werden, ja, sogar mit einem Lächeln. Ich kann aufrecht und gerade stehen, nicht weil ich denke, dass ich es soll, sondern weil ich mich innerlich so fühle.

Wir stehen nun da, wo wir immer stehen wollten, in der grenzenlosen Weite von Gottes Gnade und Herrlichkeit stehen wir aufrechten Hauptes und rufen unser Lob hinaus.

(Römer 5,2; nach der englischen Bibelübersetzung „The Message“, eigene Hervorhebung)

Und das Wichtigste: Ich habe meinen Willen wieder; er ist nicht mehr gekidnappt von der Anorexie oder anderen Feinden, sondern wieder im Einklang mit meinem Geist und somit auch im Einklang mit dem Heiligen Geist. Und wer mich kennt – wer mich kennt, wie ich wirklich bin –, der weiß, was diese Willensstärke für eine Kraft hat 😉 Das Gefühl, wieder ich selbst zu sein, füllt mich mit Energie und Tatkraft. Zum Beispiel zeugt auch das Schreiben dieses Blogeintrags in diesem Moment davon, dass ich ich selbst bin und meine Ideen umsetze.

Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.

(Philipper 2,13; Schlachter-Übersetzung)

Während ich voller Dankbarkeit auf all das blicke, hat es auch seinen Preis. Es klingt komisch, aber seitdem ich mich selbst gefunden habe, fühle ich mich verloren in meinem eigenen Leben. Wie gesagt, es ist eine zutiefst schöne und berührende Erfahrung, zu spüren, wie ich mich verändere, und ich bin so unglaublich dankbar dafür, doch es versetzt mich in eine Art Zwischendrin-Stadium. Letztes Jahr während meines Aufenthaltes in einer wundervollen Klinik war ich eindeutig Patientin, und ich durfte dort das gewaltige Privileg einer einmaligen Geborgenheit und einer rundherum göttlichen Atmosphäre genießen – was ich beides brauchte, um mich selbst zu finden.

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Erwarten wir getrost was kommen mag

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

(Lyrics aus dem Lied „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer)

Das war nicht nur ein Liedtext, den wir dort gesungen haben, sondern ich habe genau das gefühlt, mit allen Sinnen, in der menschlichen und der übernatürlichen Dimension, und es berührt mich immer noch tief in meiner Seele, dieses Lied zu hören. Doch offensichtlich bin ich nicht mehr dort, bin nicht mehr Patientin, was natürlich sehr positiv ist. Aber selbst dort beflügelte mich neben den anderen transformierenden Faktoren die Nähe zur Psychologie, was wesentlich zu dem Prozess, mich selber zu finden, beitrug (schließlich habe ich nicht ohne Grund Psychologie studiert). Und je weiter ich in diesem Prozess voranschritt, desto mehr begann ich mich bereit zu fühlen für nächste Schritte – im Beruflichen, in meiner Berufung. Mein Herz brennt dafür, meine Geschichte zu nutzen – diese Geschichte von Heilung, Wiederherstellung, und Frieden-Finden. Es drängt mich, Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen und das weiterzugeben, was Gott mir gegeben hat. Aber… da bin ich noch nicht. Zuerst einmal musste ich in mein „altes“ Leben zurückkehren, als „neue“ Person, und Gott weiter in mir und durch mich wirken lassen an dem Ort, an dem ich bin. Ja, ich vertraue Gottes Timing, aber es tut weh, den nächsten Schritt zu spüren und auch zu wissen, dass meine Motivation jetzt gut ist – es geht nicht mehr darum, mir selber etwas zu beweisen, sondern vielmehr um ein tiefes Gefühl von Dringlichkeit, um meine Berufung –, aber doch noch in der Warteschleife zu sein, in dieser Zwischenphase. Es ist ein hoher Preis, der es aber definitiv wert ist. Ein Leben zu leben, das ein Vermächtnis hinterlässt, beginnt hier und jetzt, selbst wenn ich es nicht direkt sehe.

Let me live my life to leave a legacy

The story of Your grace and what You’ve done in me

Let me shine Your light, a ray into the night

I’m holding nothing back, take all You want from me

When they look at me, I want them to see

That my heart looks like Your heart in the end

Übersetzung:

Lass mich mein Leben leben, um ein Vermächtnis zu hinterlassen

Die Geschichte Deiner Gnade, und was Du in mir getan hast

Lass mich Dein Licht leuchten, ein Strahl in die Nacht hinein

Ich halte nichts zurück, nimm alles von mir, was Du willst

Wenn sie mich ansehen, sollen sie sehen

Dass mein Herz am Ende wie dein Herz aussieht

(Lyrics aus dem Lied „Legacy” [„Vermächtnis”] von ICF Worship, Songwriter und Sängerin Debora Sita)

Wie gesagt, ich habe meinen Willen wieder, und so werde ich dieses bohrende Gefühl als Triebfeder nutzen statt mich davon aufhalten zu lassen! Ich habe meinen Willen wieder, und mit Gott an meiner Seite werde ich meinen Weg gehen! Und weil ich heute so angetan bin von Songtexten (okay, nicht nur heute 😉):

To the ends of the world with You

We will never be shaken

To the ends of the world with You

We are unstoppable!

Übersetzung:

Bis ans Ende der Welt mit Dir

Wir werden niemals erschüttert

Bis ans Ende der Welt mit dir

Wir sind nicht aufzuhalten!

(Lyrics aus dem Lied „Unstoppable” [„Unaufhaltbar“] von ICF Worship)

Übrigens, ein anderes Beispiel davon, wieder ich selbst zu sein und meine Ideen umzusetzen ist, dass ich endlich einen Freund, der ein großartiges Händchen für Fotografie usw. hat, das erste Spoken-Word-Video von mir machen ließ. Wenn es jemanden interessiert, hier ist es: https://www.youtube.com/watch?v=2mRux4pDhcc&t=1

So, und morgen geht es erst mal los auf Zeltlager-Einsatz 😉

[Bild unter Benutzung eines Fotos von Paul Dufour auf Unsplash]


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Land In-Between

When I thought I lost me

You knew where I left me

You reintroduced me to Your love

You picked up all my pieces

Put me back together

You are the defender of my heart

(Lyrics from the song “Defender” by Rita Springer)

It’s still incredible, to be myself again, to feel that I am whole, I am found. The contrast to this time last year only emphasizes how much I had lost myself. I couldn’t express it better than these lyrics: I am so amazed and thankful that God “knew where I left me” and that He understood exactly how to “put me back together.” Yes, He has been defending my heart all along, even in those darkest moments when I told Him to stop doing so, to just let me take the destructive path – only to plead with Him a minute later not to listen to me because I was not saying these things in my right mind. And look what He did, look where I am now: I can look in the mirror without cringing, with a smile even. I can stand tall not because I think I am supposed to, but because I feel it on the inside.

We find ourselves standing where we always hoped we might stand—out in the wide open spaces of God’s grace and glory, standing tall and shouting our praise.

(Romans 5:2, The Message translation, emphasis added)

And most of all, I have my will back; it is not kidnapped anymore by the anorexia or other enemies, but is back in line with my spirit, which also means in line with the Holy Spirit. And whoever knows me, I mean the real me, knows what kind of force this willpower is 😉 I feel so energized by having this sense of self back – even writing this right now is an example of being myself, of putting into action the ideas I have.

God is the one who enables you both to want and to actually live out his good purposes.

(Philippians 2:13, CEB)

That being said, this all comes at a price. It sounds strange, but ever since I have become myself again, I feel lost in my own life. Again, don’t get me wrong, it’s amazing to feel myself changing and I am incredibly thankful, but it has put me in a kind of in-between place. Last year, during my inpatient treatment in a wonderful clinic, it was clear that I was a patient, and I was able to enjoy the huge privilege of the sense of warmth and security and the divine atmosphere there, which I needed to find myself.

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Erwarten wir getrost was kommen mag

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

Translation:

By loving forces wonderfully sheltered

We are comforted and await whatever may come

God is with us at night and in the morning

And most definitely on each new day

(Lyrics from the song “Von guten Mächten“ [“By Good Forces”] by Dietrich Bonhoeffer)

Not only did we sing these lyrics there, but it was what I felt, with all my senses, in the human and the supernatural dimensions, and it still touches me deeply in my soul to hear this song. But obviously, I am not there anymore, in that place as a patient, which is of course a very good thing. Yet even then I loved the proximity to Psychology, and along with the other transforming factors, it contributed to the process of finding myself (after all, there’s a reason why this is where I have my degree). And the further I advanced in this process, the more I began to feel ready for next steps, professionally speaking. My heart is burning to use my story, this story of healing, of restoration, of recovery, of finding peace – it is urging me to help other people in a similar situation and pass on what God has given me. But… I am not there yet. The first thing that had to happen was to return to my “old” life, as a “new” person, and continue to let God work in me and through me in the place where I’m at. Yes, I trust in God’s timing, but it hurts to sense the next step and know that my motivation is good now – that it is not about proving something to myself anymore, but rather a deep sense of urgency and calling – yet still be on hold, in this interim phase. It’s a high price, but definitely worth it, and living a life that leaves a legacy begins right here and now, even when I don’t see it directly.

Let me live my life to leave a legacy

The story of Your grace and what You’ve done in me

Let me shine Your light, a ray into the night

I’m holding nothing back, take all You want from me

When they look at me, I want them to see

That my heart looks like Your heart in the end

(Lyrics from the song “Legacy” by ICF Worship, song writer and singer Debora Sita)

As I said, I have my will back, so I will use this fierce feeling as motivator instead of letting it hold me back! I have my will back and with God by my side, I will go my way! And because I’m so into lyrics today (all right, not just today 😉):

To the ends of the world with You

We will never be shaken

To the ends of the world with You

We are unstoppable!

(Lyrics from the song “Unstoppable” by ICF Worship)

By the way, another example of being myself and putting my ideas into action is that I finally asked a friend of mine who is a great at photography etc. to make the first spoken word video with me, and if anyone is interested, you can watch it here (in German, though): https://www.youtube.com/watch?v=2mRux4pDhcc&t=1s

And now I’m off to two summer camps… 😉

[Image using a photo by Patrick McLachlan from Pexels]

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Die Erinnerung am Spiegel || The Reminder By The Mirror

Reminder by the mirror

Die Erinnerung am Spiegel

“Wenn du in den Spiegel schaust, weine nicht um das Mädchen, das du nicht mehr siehst. Feiere die Frau, die du heute bist, und danke Gott, dass sie endlich frei ist.” (von einer anonymen Schreiberin)

Dieser schöne (naja^^) kleine Reminder hängt schon ewig an meinem Kleiderschrank direkt neben dem Spiegel. Ich dachte, wenn ich die Aussage jeden Tag sehe, dringt die Wahrheit der Worte vielleicht irgendwann in meine Seele ein. Aber ich konnte mich selber nicht überlisten. Jedesmal habe ich innerlich über den Spruch gelacht: „Als ob!“ Feiern, wer ich heute bin? Feiern, wenn ich mich im Spiegel sehe und… gesund aussehe, weil ich zugenommen habe? Na klar! *Ironisches Lachen*

Bis vor Kurzem. Im letzten Jahr hat Gott so viel in mir verändert. Nach meiner Reha im Herbst ging nicht nur das Essen besser, sondern ich hatte auch Frieden mit mir selber geschlossen. Doch dann kam der Alltag (Überraschung!)… und der Frieden verabschiedete sich wieder. Und das Gewicht stieg. Und alles fühlte sich schrecklich an, um es kurz zu fassen. Bis ich noch einmal die Entscheidung traf, Gottes Gnade an mich ran zu lassen, Seinen Frieden in meine Seele einzuladen. Den Spruch am Kleiderschrank hatte ich gar nicht mehr beachtet. Aber eines Tages stand ich vorm Spiegel und stellte mit größter Verwunderung fest, dass ich mich okay fand. Voller Ehrfurcht vor Gottes Wirken wurde aus dem ironischen Lachen in dem Moment ein echtes Lächeln!

Und das Auge? Ein Kunst-Versuch aus der Reha, der symbolisiert: Jetzt kann ich mir selbst in die Augen schauen!

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The Reminder By The Mirror

“When you look in the mirror, don’t cry for the girl you no longer see. Celebrate the woman you are today and thank God that she is finally free.” (by an anonymous writer)

This nice (well…^^) little reminder has been hanging on my closet door, right next to the mirror, for ages. I once thought if I see this statement every day, its truth might gradually sink into my soul. But I was not able to outwit myself. Every time I passed it, I quietly laughed about the verse, snickering, “as if!” Celebrate who I am today? Celebrate when I look in the mirror and see that I look… healthy – because I have gained weight? Yeah, sure! *Ironic laughing*

Up until recently. Last year, God caused so much transformation inside of me. After my inpatient stay in a Christian clinic for mental health last fall, not only did eating become easier, but I also made peace with myself. Then, however, everyday life set in (surprise!)… and the peace I had just found said good-bye and left. And the weight kept rising. And everything felt terrible, to make it short. Until I again made the decision to let God’s grace touch me, to invite His peace into my soul. I hadn’t paid any attention to the verse on the closet door anymore, but one day I stood in front of the mirror and realized, utterly astonished, that I felt okay about myself. In that moment, standing there full of awe and wonder about God’s working in me, the ironic laughter turned into a very real smile!

And the eye? An attempt at art from my inpatient stay that symbolizes: Now I can look myself in the eye!

F R I E D E N || P E A C E

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F R I E D E N

… und was das mit einem Ritterschlag zu tun hat

FRIEDEN ist mein Schlagwort für 2019. Frieden – mit mir selber. Dahinter steckt eine ganz besondere Geschichte, eine Geschichte von göttlichen Verheißungen, tiefer innerer Veränderung, einem Ringen um Wahrheit und Gnade. Eine Geschichte davon, festzuhalten und loszulassen und Gott zu lassen. Eine Geschichte von Schmerz und einem tiefen Fall, der es vollkommen wert war (siehe 2. Korinther 7,10). Und vor allem die Geschichte eines persönlichen Wunders, das hoffentlich nicht privat bleibt, sondern durch das Teilen meinen großen und erstaunlichen Gott verherrlicht (siehe Epheser 3,20). Ja, mein Schlagwort für 2018 war „Wunder“ – dieser Gott weiß offensichtlich ganz genau, was er sagt und tut!

2018 – eine emotionale Achterbahnfahrt

Das vergangene Jahr war ein sehr intensives Jahr für mich. Es begann schon vor Silvester, in den letzten Dezember-Tagen von 2017, als ich in einer Nacht etwas körperlich spürte, das ich als geistlichen Angriff deutete, und auch wenn ich es nicht ganz einordnen konnte, wurde mir bewusst: Es ist Zeit für ein paar grundlegende Veränderungen. Mein Vorsatz, mich erneut der Essstörung zu stellen, um sie ein für allemal aus meinem Leben zu werfen, rückte dieses Thema, das ich bis dahin schön in die Schublade „nicht gut, aber erträglich“ gesteckt hatte, noch mal voll in den Vordergrund – und führte erst mal zu einem krassen Rückfall. So viel zu meinem ambitionierten Vorsatz… Aber ich wusste die ganze über, dass es nicht allein ein Vorsatz von mir war, sondern ein Versprechen von Gott. Es tut weh, mir die Tagebucheinträge aus jenen Monaten durchzulesen, aber es erfüllt mich auch von Neuem mit Ehrfurcht für Gott, der so viele Durchbrüche in die Wege geleitet hat. Als ich körperlich so erschöpft war, dass jede Bewegung eine Qual war, bis ein einwöchiger Klinikaufenthalt auf einer psychosomatischen Station mich essens-technisch wieder auf die Spur brachte (obwohl der Aufenthalt dort sich einfach nur schrecklich anfühlte) und ich wieder zu Kräften kam… als ich die schmerzhafte Entdeckung machte, dass ich mich selbst so sehr verloren hatte, dass ich nicht mal mehr wusste, ob das, was ich als meine Gedanken wahrnahm, wirklich meine eigene Meinung war oder nur das, was ich dachte, denken zu sollen… die Erkenntnis, wie gleichgültig und hart ich mir selber gegenüber war, eine fortwährende Selbstanklage, die ich meinte zu brauchen, um zu funktionieren – während ich gleichzeitig von einer Freundin, mit der ich länger keinen Kontakt gehabt hatte, eine E-Mail erhielt mit berührenden Worten über Gottes Herz, über Seinen Wunsch, dass ich Seine Liebe verstehe und mich selber liebe statt eine Gefangene von zwanghaftem Gehorsam zu sein; selbst während Gott mir zeigte, dass ich an allererste Stelle dafür geschaffen bin, Sein Kind zu „sein“ und von Ihm geliebt zu werden, nicht um irgendetwas zu „tun“. Es gab Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, den gesunden Verstand zu verlieren, und doch spürte ich die ganze Zeit über, dass Gott meine Seele beschützte und verteidigte.

Frieden finden

Und dann, im Oktober / November, erlebte ich eine zutiefst transformierende Zeit, als ich sechs Wochen in einer christlichen Rehaklinik für Psychotherapie und Psychosomatik im Schwarzwald verbrachte. Neben Gott, dem höchsten Heiler, bin ich meiner Bezugstherapeutin, der Musik-Therapeutin, den Pflegern und dem Rest des Personals (nicht zuletzt einer „Friseurin-to-go“, die mir in der Umkleidekabine der Turnhalle eine schicke neue Frisur verpasste) und all den neuen Freunden, die ich in den Reihen meiner Mitpatienten gefunden habe, mehr als dankbar. Die ersten Wochen waren dem Kampf gegen die Essstörung gewidmet, die meine Therapeutin bewusst Anorexie nannte, obwohl mein Gewicht zu dem Zeitpunkt nicht mehr so niedrig war – es ist schwer zu beschreiben, wie viel mir dieses Zugeständnis bedeutete, und wie sehr es mir dabei half, endlich loszulassen. (Dieser Teil der „Reise“ würde schon allein einen ganzen Post füllen – wer das genauer wissen will, muss mich daher direkt nach den Details fragen.) Da war also die „Wunder“-bare Veränderung, auf die ich seit Jahresbeginn hingearbeitet hatte – aber Gott ist noch so viel größer als meine Erwartungen; Er weiß so viel besser, an genau welchen Stellen der Schuh drückt. In den letzten zwei Wochen der Reha rückte Er noch mal ein anderes Thema in den Fokus, nämlich meine Einstellung mir selber gegenüber. Und ich erkannte, dass ich trotz all der Veränderungen, die bereits in mir stattgefunden hatten, immer noch Krieg gegen mich selber führte. Da war Gottes sanfte Stimme, im Gürtel der Wahrheit und dem Schild der Gerechtigkeit, die mir sagte: „Sie gnädig zu dir selbst, wie du gnädig sein würdest zu jemandem, den du lieb hast. Ich liebe dich von ganzem Herzen und bin gestorben und auferstanden, damit es keine Verurteilung mehr geben muss – auch keine Selbst-Verurteilung. Du wirst dich nicht verlieren; nein, sondern du wirst innerlich zur Ruhe kommen und mit dir selbst in Einklang und Frieden sein. Du wirst dir selber in die Augen sehen können. Liebe dich selbst, und du wirst du selbst sein.“ Ich war zutiefst überzeugt von dieser Wahrheit – mit meinem Geist (dem Teil von mir, der ganz eng mit Gott verbunden ist). Aber nicht mit meiner Seele (meinem menschlichen Denken, Fühlen, Wahrnehmen). Meine Seele konnte es einfach nicht annehmen, meine Seele rebellierte gegen diese Worte und schrie nein, und so war ich innerlich mehr zerrissen denn je. Der innere Unfrieden war zu einem Kampf zwischen Geist und Seele geworden, und nur Gott konnte diesen Kampf für mich ausfechten (siehe 2. Mose 14,14). Eine Freundin fragte mich: „Kannst du nicht einfach die Waffen niederlegen?“ Und ich konnte nur erwidern: „Nein, denn ich bräuchte mehr Waffen, um die Waffen zum Schweigen zu bringen.“ Diese Antwort hallte noch in meinem Kopf wider, als ich in meine nächste Therapie-Einheit ging, Heilsames Singen – wo ich mit dem Liedtext „Schalom… Friede sei mit dir“ konfrontiert wurde. Diese Worte waren in dem Moment unerträglich, denn offensichtlich war Friede nicht mit mir! Ich überstand die Stunde irgendwie, dann floh ich in mein Zimmer, verkroch mich unter der Bettdecke, setzte Kopfhörer auf (nicht nur um meine Lieblingssongs anzuhören, sondern auch um so zu tun, als wäre ich allein im Zimmer, als meine Zimmernachbarin etwas später reinkam) und weinte und schrie innerlich zu Gott. Und langsam verstand ich, dass dieser Krieg in mir und gegen mich, dieser Krieg zwischen Geist und Seele, nicht ein Kampf war, der von einer Seite gewonnen werden sollte (anders als der Kampf gegen die Anorexie). Das Ziel war nicht, meine Seele zu besiegen, denn sie ist doch ein Teil von mir. Zusammen mit Gott entwickelte ich an jenem Nachmittag eine Metapher, die alles veränderte: Wenn ich das innere Schwert schon nicht niederlegen kann, dann könnte ich es doch für einen edlen Zweck benutzen. Nicht mehr als Kriegswerkzeug gegen meine Seele, sondern als Instrument für einen Ritterschlag. Als Mittel, um sozusagen meine Seele zum Ritter zu schlagen. Das bedeutete, die Seele mit dem Geist zusammenzuschließen und daran auszurichten, sie miteinander zu vereinen.

Nach diesem symbolischen inneren Ritterschlag, mit dem ich gleichzeitig mir die Ritterwürde verlieh und sie für mich annahm, war er auf einmal da: ein tiefer innerer Friede, ein innerer Einklang.

Aus menschlicher Sicht ist diese Erklärung nicht ausreichend, aber das zeigt umso deutlicher, was in jenem bedeutsamen Moment geschah: ein Wunder.

Worte können nicht beschreiben, was für einen Unterschied es für mich machte. Wie ich mich danach fühlte. Denn mit dem inneren Frieden fand ich auch mich selbst.

Davor war ich innerlich so zerrissen gewesen, dass ich nicht ich selbst sein konnte – aber jetzt war ich es!

Jetzt bin ich es.

Die, die ich wirklich bin.

Frieden behalten

Das war das Wunder von 2018. An dem Frieden festzuhalten und tatsächlich als ich selbst zu leben, das ist meine aktuelle Herausforderung, das Bestreben von 2019 (und darüber hinaus…). Darüber werde ich ein anderes Mal mehr schreiben; in diesem Beitrag geht es mir darum, die Größe Gottes in meinem Leben zu proklamieren. Während ich darüber schreibe, erfüllt mich wieder tiefe Ehrfurcht, und ich sehne mich danach, es in die Welt hinauszurufen, zum Beispiel mit diesen geschrieben Worten hier. Dieser Gott, der mein Gott ist, kann und will auch dein Gott sein, und Er wartet nur darauf, solche und noch größere Dinge auch in deinem Leben zu tun!

[Foto von Trang Ta auf Unsplash; Titel inspiriert vom Song „Frieden“  von Alive Worship, offizielle deutsche Übersetzung von „P E A C E“ von Hillsong Young & Free]

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P E A C E

… and what it has to do with an act of knighting

PEACE is my keyword for 2019. Peace – with myself. There’s a very special story behind it, a story of Godly promises, profound transformation, a battle for truth and grace. A story of holding on and letting go and letting God. A story of pain and a deep fall that was so worth it (see 2 Corinthians 7:10). And most of all, the story of a personal miracle that I hope will not remain private, but through being shared will give glory to my amazing God (see Ephesians 3:20). Yes, my keyword for 2018 was “miracles” – this God obviously knows what He is doing!

2018 – an emotional roller coaster

The past year was an intense one for me. Beginning even before New Year’s, in the final days of December 2017, when one night I physically felt something like a spiritual attack, and though I wasn’t completely sure what it was, I did realize it was time for some significant changes. My resolution to tackle my eating disorder anew and throw it out of my life for good put this issue, which I had tucked away nicely in the drawer labeled “not good, but bearable,” on center stage again – and caused a major relapse. So much for the ambitious resolution… Yet I knew all along that it was not alone my resolution, but God’s promise. Reading through my diary entries from those months hurts, yet fills me with awe towards my God, who engineered so many breakthroughs. When I was so physically exhausted that every movement became an ordeal until a week-long inpatient stay in on a psychosomatic ward brought me back on track eating-wise (even though being there felt absolutely terrible) and I began to regain my strength… when I made the painful discovery that I had “lost myself” so much that I did not know if what I perceived as my thoughts was truly my own opinion or merely what I thought I was supposed to think… becoming aware of a great indifference and harshness toward myself, a constant self-accusation that I felt I needed in order to function – even while I received an e-mail from a friend with whom I had not been in contact for some time with touching words about God’s heart, about His desire that I would understand His love and love myself instead of being a prisoner of compulsive obedience; even while God gave me the insight that I am created first and foremost to “be” His child and be loved by Him, not to “do” something. There were times when it felt as though my sanity was slipping away, yet all along I had a deep sense of God defending my soul.

Finding peace

And then, in October / November, the most transforming 6 weeks in a Christian clinic for mental health in the Black Forest. Besides God, the chief healer, I am beyond thankful for my therapist there, the music therapist, the nurses and the rest of the staff (including a “hair stylist to go”, who gave me a fancy new haircut in the changing room of the gym) and all the new friends I found among fellow patients. The first weeks were dedicated to the struggle with the ED, which my therapist intentionally called anorexia even though my weight was not that low anymore at that point – you don’t know how much this acknowledgment meant to me and helped me to finally let go. (I could write a whole entry about that part of the “journey”, but you’ll have to ask me for more details if you want to know.) So there was the miraculous change I had been working towards since the beginning of the year – but God is so much bigger than my expectations; He knows so much better where exactly the shoe pinches. There were two weeks left when He spotlighted another issue, that of my attitude toward myself. And I realized that despite all that had already happened in me, I was still waging war against myself. There was God’s tender voice in the belt of truth and the shield of righteousness saying, “Be gracious to yourself as you would be gracious to someone you love. I love you with all my heart and I have died and risen so that there needs to be no condemnation – that includes no self-condemnation. You will not lose yourself; instead, you will be calm on the inside, at peace with yourself. You will be able to look yourself in the eyes. Love yourself, and you will be yourself.” I was deeply convinced of this truth – with my spirit (the part of me that is most closely connected to God). But my soul (my human thinking, feeling, perceiving), oh, my soul could not accept it, my soul rebelled against these words and screamed no, and so I was torn apart on the inside more than ever. It had turned into a battle between my spirit and my soul, and I needed God to fight this battle for me (see Exodus 14:14). A friend asked me, “Can you not just lay the weapons down?” And all I could say was, “No, for I’d need more weapons to quiet the weapons.” With this response of mine still echoing in my mind, I entered my next therapy session, salutary singing, and was confronted with the lyrics “Shalom… peace be with you.” Those words in that instant felt unbearable, because obviously peace was not with me! I made it through the session somehow, then fled to my room, hid under my covers, put earphones on (not only to listen to my favorite songs, but also to pretend I was alone in the room when my roommate came in some time later) and sobbed and cried out to God. It was then that I slowly realized that this war in and against myself, this war between spirit and soul, was not a war meant to be won by one side (contrary to the battle against the anorexia); the aim was not to defeat my soul, which is a part of myself. That afternoon, I developed a metaphor with God, a metaphor that changed everything: If I could not lay down the inner sword, I might as well use it for a noble purpose. Not as a battle device directed against my soul, but as an instrument of knighting. Knighting my soul, so to speak. Which meant to align my soul with my spirit.

After this symbolic inner act of giving and receiving knighthood, it was suddenly there: the deep sense of inner peace, of inner oneness.

From a human point of view, this is not a sufficient explanation, but that only shows all the more what happened in that significant moment: a miracle.

Words fail to describe the difference it made for me. How I felt afterward. Because with the inner peace, I also found myself. Formerly I had been so divided on the inside that I had not been able to be myself – but now I was!

Now I am.

The real me.

Keeping peace

That was the miracle of 2018. Holding on to the peace I found and living as the real me, that is my current challenge, the endeavor of 2019 (and beyond…). I will write more about that some other time; in this post it was my intention to proclaim the greatness of God in my life. Writing about it, I am filled with awe again, and I long to shout it into the world, if not with my mouth, then with these written words. This God, who is my God, can and wants to be your God, too, and He is waiting to do such things and greater things in your life as well!

 [Image by Trang Ta on Unsplash; title inspired by the song “P E A C E” by Hillsong Young & Free]

Bestandaufnahme der Seele || Inventory Of The Soul

Inventory of the Soul

BESTANDAUFNAHME DER SEELE

Ein gefährliches Gebet – gesetzliche Gedanken – wertvoll und würdig – und noch ein gefährliches Gebet

Kennst du das, wenn du dein Zimmer richtig gründlich aufräumen willst und erst mal alles aus den Schränken holst, und auf einmal fühlt es sich so an, als wäre das Chaos jetzt noch viel schlimmer als vorher? Du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst mit dem Ordnen und Sortieren? Es kommt dir überwältigend vor und du fragst dich, ob es wirklich so eine gute Idee was, die Unordnung hinter den Schranktüren in Angriff zu nehmen? Aber eigentlich weißt du, dass du am Ende sehen wirst, dass es gut war. So fühlt sich mein Leben gerade an.

Ich habe Gott gebeten, jegliche fauligen Wurzeln in mir aufzudecken und Licht von Dunkelheit zu trennen. Jetzt komme ich nicht umhin, einige tiefgreifende Gedanken zu hinterfragen – nicht nur konkrete Gedanken, sondern ganze Gedankenmuster, Gedankenpfade.

***

Zum einen habe ich die erschreckende Entdeckung gemacht, dass ich mir oft nicht erlaube, das zu denken, was ich eigentlich denke. Ich weiß, das hört sich komisch an. Aber es ist, als ob ich meine Gedanken zensiere, bevor ich richtig Zugriff darauf habe. Wie eine Sperre, die verhindert, dass meine echten Gedanken an die Oberfläche kommen – eine Sperre, die aus der Frage besteht: „Was wäre angebracht zu denken?“ Ich versuche herauszufinden, was ich denken soll, and dann tue ich vor mir selber so, als ob ich es glauben würde. Es kann durchaus sein, dass es sich deckt, aber ich kann nie sicher sein, und dadurch bin ich wie abgetrennt von meinen eigenen Gedanken. Das kreiert eine Lücke tief in mir, eine ermüdende Dissonanz, und führt zu der gewaltigen Unsicherheit, mit der ich unablässig kämpfe.

Und doch. Ich weiß (um eine phänomenale Bezeichnung von Bobbie Houston zu benutzen): Ich bin eine Kriegerin, Prinzessin, Tochter! („Warrior Princess Daughter“ – auf Deutsch klingt es leider nicht ganz so schön 😉) Und das werde ich aussprechen, wann immer die Unsicherheit in mir aufkommt!

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Eine zweite, ähnlich alarmierende Erkenntnis war, dass meine Einstellung mir selber gegenüber nicht sehr göttlich ist. Ich dachte immer, die Art, wie ich zu mir stehe, wäre okay, weil ich mich nicht hasse oder verachte… aber um ehrlich zu sein kann ich auch nicht sagen, dass ich mich liebe. Am ehesten trifft es wohl, zu sagen, dass ich mir selber ziemlich gleichgültig bin – und das ist traurig. Ich bin überzeugt, dass Gott sich wünscht, dass ich mich selber liebe (und mag), aber es fühlt sich so falsch an. Es fühlt sich verboten an. Selbst diese Worte zu tippen, hat sich angefühlt wie quietschende Kreide auf einer Tafel. Irgendwie kann ich zwar akzeptieren, dass ich wertvoll bin, weil ich besonderer Teil von Gottes Schöpfung bin, aber – so sehr ich die Aussage ernst nehmen will, wenn ich sie höre – ich kann nicht wahrhaftig annehmen, dass ich auch würdig bin.

Ich versuche es mal mit einem weiteren Vergleich zu erklären. Ich habe vor einiger Zeit eine Halskette geschenkt bekommen, von der ich wusste, dass sie viel Geld gekostet haben musste. Mir war also klar: Sie ist wertvoll. Aber ich mochte sie nicht! Der Stil gefiel mir nicht und ich fand, dass sie mir nicht stand. Ihr hoher Wert bedeutete mir also nichts. Der Wert machte die Kette nicht würdig, sie zu tragen. Im Gegenteil, er sorgte sogar dafür, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte!

So ähnlich ist das in Bezug auf mich selber. Theoretisch stimme ich zu, dass ich nicht nur wertvoll, sondern auch liebenswert und würdig bin, weil Gott es sagt, und Gott lügt nicht – aber irgendwie kann ich dem für mich selber keine Bedeutung beimessen. Es berührt mich nicht.

Und doch. Wenn ich weiß, dass es wahr ist, dann geht es nicht um ein Gefühl. Diese Tatsache anzunehmen, ist dann eine Entscheidung. Und nichts kann mich von dieser Entscheidung zurückhalten – denn der Feind hat keine Macht außer der, die ich ihm zugestehe! Und warum sollte ich ihm auch nur ein kleines bisschen zugestehen…

(Übrigens: Im Lauf der Zeit hat sich mein Geschmack in Bezug auf Schmuck verändert und mittlerweile mag ich die Kette sehr. Ich nehme das als Hinweis, dass das Gleiche auch mit tieferen Angelegenheiten passieren kann 🙂)

Ich möchte für heute abschließen mit einem kraftvollen Zitat von Abi Stumvoll von Bethel Church, einem Gebet, das sie als Teenager zu Gott gesprochen hat (den Clip mit ihrem Input findest du hier: https://www.youtube.com/watch?v=b0107ZwEDYM&t=32s&index=9&list=WL).

„Gott, wenn du mir beibringst, mich selber zu lieben, werde ich die Welt verändern! Dann muss ich nicht mal etwas Großartiges können, denn wenn ich mich selber liebe, werde ich überall aus der Menge herausstechen, egal wo ich hinkomme. Wenn ich mich selber liebe, werden die Leute wissen wollen, was an mir anders ist!“

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Oh, und noch eine letzte Sache: Ich bin zuversichtlich, dass die Entdeckungen, die ich hier geschildert habe – Ideen, die ich ausgegraben habe und gerade erst begonnen habe zu verfeinern –, meine ganz eigenen und tiefen Gedanken sind 😉

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INVENTORY OF THE SOUL

A dangerous prayer – artificial thoughts – value and worth – and another dangerous Prayer

Do you know what it’s like when you want to clean up your room and start by pulling everything out of the drawers, creating a mess on the floor that seems worse than before? You don’t know where to begin with the task of sorting through and tidying? It seems overwhelming and you begin to wonder if it was really such a good idea to tackle the jumble in the closet? But in the end, you know you will see that it was. That’s what my life feels like right now.

Having asked God to expose any rotten roots in me and to separate light from darkness, I have begun to challenge some deep thoughts – not only specific thoughts, but whole thought patterns and pathways.

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For one, I have made the alarming discovery that I often don’t allow myself to think what I actually think. I know, that sounds strange. But it’s as though I censor my thoughts before I have complete access to them. Like a barrier preventing my true thoughts to surface, a barrier made of the question, “What am I supposed to think?” I try to figure out what I should think and then pretend to myself that this is what I believe. It might actually be one and the same thing, but I can never be sure, and consequently it’s like I’m disconnected from my own thoughts. This leaves a gap deep down, an exhausting dissonance within me, and leads to the tremendous insecurity I struggle with constantly.

And yet. I know (to use a phenomenal expression from Bobbie Houston): I am a Warrior Princess Daughter! And this is what I will declare whenever that insecurity rises up in me!

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A second, similarly alarming realization was that my attitude towards myself is not very godly. I always thought it’s okay because I don’t hate or despise myself… but the truth is, I couldn’t say that I love myself, either. I basically don’t care – and that’s sad. I am convinced that God wants me to love (and like) myself, but it feels so wrong. It feels forbidden. Even typing those words felt like the screech of chalk on a blackboard. Somehow, I can accept full well that I am valuable because I am a special part of God’s creation, but, as much as I believe the statement when I hear it, I cannot truly accept that I am also worthy.

Let me explain it with another comparison. I once was given a necklace that I knew must have cost a lot of money. I was aware that it was valuable – but I didn’t like it. I didn’t like the style, I didn’t like the way it looked on me. So its high value meant nothing to me. It didn’t make it worthy to be worn. In fact, it even made me feel bad!

The same is true regarding myself. Theoretically, I agree with the statement that I am not only valuable, but also loveable, likeable and worthy because God says so and God does not lie, but somehow I cannot make it meaningful for me. It doesn’t touch me.

And yet. If I know it to be true, then accepting it is not a feeling, but a choice. And nothing can hold me back from that choice – because the enemy has no power except for the power I grant him! And why would I grant him any…

(By the way: Over the years, my taste of jewelry has changed and now I am very fond of the necklace. I’ll take that as an indicator that the same thing can happen with deeper matters as well 🙂 )

Let me come to an end for now with a powerful statement by Abi Stumvoll from Bethel Church, a prayer she spoke to God as a teenager (her message can be found here: https://www.youtube.com/watch?v=b0107ZwEDYM&t=32s&index=9&list=WL).

“God, if you teach me how to love myself, I’ll change the world! I don’t even have to be great at anything, because if I love myself, I will stand out anywhere I go. If I love myself, people will want to know what is different about me!”

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Oh, and one last thing: I am confident that the discoveries I have written about here, notions I have dug up and only just begun to refine, are my very own, very deep thoughts 😉

Gedanken-Sanierung // Refurbishing The Mind

Renewing The Mind

Gedanken-Sanierung

Wenn ich gewisse ungesunde Gedanken künstlich erlernt habe, dann muss es auch möglich sein, sie wieder zu “verlernen” – nämlich indem ich mein Denken von Gott erneuern lasse. Das ist ein gigantisches Versprechen in Anbetracht der verzerrten Glaubenssätze, die ich mir im Rahmen meiner Essstörung antrainiert habe – Aussagen, von denen ich rational genau weiß, dass sie unsinnig sind, aber ich habe so lange nach ihnen gelebt, dass sie sich jetzt richtig und wahr anfühlen. Z.B. dass ich dünn sein „muss“ oder dass es „besser“ für mich ist, wenn die Waage eine niedrige Zahl anzeigt, oder dass es „richtig“ ist, hungrig zu bleiben. Aber diese Fixierung auf Gewicht ist eigentlich überhaupt nicht meine Natur; im Gegenteil, sie widerspricht sogar meinen Werten, und darüber hinaus weiß ich noch gut, dass es eine Zeit „vorher“ gab, als ich noch nicht so dachte, geschweige denn auf Grundlage solcher Gedanken gehandelt habe. Es gehört also eigentlich nicht zu mir. Ich habe es mir jahrelang eingeredet und antrainiert und so haben sich diese Ideen immer tiefer und fester verwurzelt, aber letztendlich ist es nur ein gelerntes Gedankensystem und nicht eins, mit dem Gott mich ursprünglich geschaffen hat. Daher bin ich überzeugt, dass ich es mir mit Gottes Hilfe auch wieder abtrainieren kann und es ganz loswerden kann! Wie Dr. Caroline Leaf in ihrem Buch „Switching On Your Brain“ feststellt:

„Wenn du die toxischen Gedanken in deinen Kopf hinein-verdrahtet hast, kannst du sie auch wieder deinstallieren.“

Ich glaube, eigentlich ist mir das schon lange klar… Ich hatte nur immer Angst davor, dieses Deinstallieren in Angriff zu nehmen. Ich konnte Gott nicht darum bitten, weil ich wusste, dass Er meine Bitte erhören würde, und diese Aussicht war mir viel zu unbehaglich. Aber jetzt geht es endlich! Endlich kann ich Gott bitten, mir zu helfen, das giftige Gedankengebäude loszuwerden und durch ein gesundes, intaktes, göttliches Mindset zu ersetzen. Also ran ans Werk, Gott!

Römer 12,2 (GNB)

Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.

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Refurbishing The Mind

If I have artificially learned certain unhealthy thoughts, then they can be “un-learned” when I let God renew my mind! This is a huge promise considering the warped beliefs I have trained myself to believe in the context of my eating disorder, statements I rationally know to be nonsense, yet I have lived according to them for so long that they feel right, true. Like that I “have to” be skinny, that it is “better” for me when the scale shows a low number, that it is “right” to remain hungry. Not only does this fixation on weight actually contradict my values, but also, there was once a time when I did not think this way, let alone act upon such thoughts, so it is obviously not my nature. It doesn’t really belong to me. I trained myself to think this way and over the years the belief sank down and became ever more deeply rooted. But it is still a learned thought system and not one God created me with, so I am convinced I can un-train it and get rid of it with God’s help! As Dr. Caroline Leaf states in Switching On Your Brain:

“If you wired those toxic thoughts in, you can wire them out.” (p. 26)

I think I have known this all along… but I have been afraid to “wire them out.” I couldn’t ask God to make this happen because I knew He would actually listen, and that scared me too much. But now I finally can! I can finally pray for God to help me get rid of this toxic thought system and replace it with a healthy, wholesome, Godly mindset. So let’s do this, God!

Romans 12:2 (NIV)

Do not conform to the pattern of this world, but be transformed by the renewing of your mind. Then you will be able to test and approve what God’s will is—his good, pleasing and perfect will.

In Gottes Augen sehen // Looking God In The Eyes

IN GOTTES AUGEN SEHEN - LOOKING GOD IN THE EYESIn Gottes Augen sehen

“Ich sag dem Teufel: heute nicht!” *

Vor ein paar Tagen hatte ich das starke Gefühl, Gott nicht in die Augen sehen zu können. Mich beschämt von Ihm abwenden zu müssen, weil ich es nach all dieser Zeit, nach so einem langen Prozess, immer noch nicht geschafft habe, das Gedankengebäude namens Essstörung wirklich aus meinem Leben zu verbannen. Aber warum sollte es mich jetzt auf einmal mehr von Gott trennen als bisher? Weil ich mittlerweile woanders stehen sollte? Vielleicht, aber bei näherem Nachdenken erscheint mir dieses Gefühl nicht als göttliche Empfindung, sondern vielmehr als subtiler Eindringungsversuch des Feindes. Diesen Sieg werde ich ihm aber nicht gönnen! Stattdessen entscheide ich mich, das Gefühl als gutes Zeichen zu sehen, als Indikator dafür, dass es sehr wohl Veränderung gegeben hat. Denn es gab einmal eine Zeit, in der ich taub und abgestumpft war gegenüber dem Schmerz, den ich Gott mit meinem Verhalten bereitete. Vom Kopf her wusste ich zwar, dass es falsch war, aber fühlen konnte ich diese Verkehrtheit irgendwann nicht mehr – jetzt hingegen schon. Und das ist eindeutig ein Hinweis auf Wachstum zu Gott hin. Je näher ich Ihm bin und je ähnlicher ich Ihm werde, desto mehr werde ich spüren, wenn etwas mit Seinem Herzen nicht vereinbar ist.

Daher wage ich es, meinen Blick zu heben und Gott in die Augen zu sehen, trotz aller Fehler und allen Versagens. Denn von dort kommt meine Hilfe und ich kann es mir nicht leisten, irgendwo anders hinzuschauen. Also werde ich mich nicht daran hindern lassen, mich Gott zuzuwenden und meine Augen auf Ihn zu richten!


Looking God In The Eyes

“Let the devil know not today!” *

A few days ago, I had a strong sensation that I could not look God in the eyes. That I had to turn away from Him, ashamed. Because after all this time, after such a long process, I still haven’t been able to really get rid of this construct of ideas in my mind called eating disorder. Why, however, would it separate me from God now more than in the past? Because I should be in a different place by now? Perhaps, but on second thought, this feeling does not seem God-given; it looks more like another one of the enemy’s subtle attempts at infiltration. But I won’t let him have this victory! Instead, I choose to see this sentiment as a good sign, an indication that there has been change, after all – for there was a time when I was numb, callous toward hurting God with what I was doing. In my head I knew it to be wrong, but I did not feel the wrongness of it – now I do. It’s actually evidence of growth toward God. The closer I am to Him and the more I become like Him, the more I will feel when something is not compatible with His heart.

So I dare to lift my eyes and look into God’s eyes, despite my every flaw and failure. This is where my help comes from and I cannot afford to look anywhere else. So I will not let myself be deterred from facing God and fixing my eyes on Him!

 

* from the song “Not Today” by Hillsong UNITED, https://www.youtube.com/watch?v=tm0_JkT0wSs (Zeile auf dt. wörtlich “Lass den Teufel wissen: heute nicht”)