Dienender König – königlicher Diener // Servant King

   

Dienender König – königlicher Diener

Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch

Nachdem ich in letzter Zeit Einiges über die Paradoxa, die das Leben so spielt, geschrieben habe, bin ich wahrscheinlich ein bisschen sensibilisiert und habe sofort aufgehorcht, als ich mit einem weiteren Paradoxon konfrontiert wurde. Auf der ICF-Konferenz „Catching Fire“ (Feuer fangen) in Zürich letzte Woche hielt der Redner Dr. Jeffery Rachmat eine Session über den scheinbaren Widerspruch Macht vs. Demut, König vs. Diener.

Eine seiner Hauptaussagen war, dass Jesus sowohl Diener als auch König ist – das Eine lässt sich nicht vom Anderen trennen. Ein König der dient, ein Diener mit der Mentalität eines Königs. Und wir sind dazu berufen, die gleiche Einstellung zu haben, eine Haltung der Dienstbereitschaft in Kombination mit einer Königsmentalität – d.h. ich diene nicht mit Mittelmäßigkeit, sondern mit Exzellenz und Hingabe. Berufen, die gottgegebene Autorität einzusetzen, aber ohne Arroganz: „Macht ist fürs Dienen da, nicht für Status. Berufen, einen Hunger für Gottes Wahrheit und Gerechtigkeit zu bewahren, aber zugleich ein Leben in Fülle zu leben, aus der heraus ich freizügig und reichlich geben kann. Berufen, schwach zu sein, so dass ich mich auf den Heiligen Geist verlasse; und zugleich stark zu sein in dem Sinne, das ich einen Königs-Charakter entwickle, geschliffen, geläutert und gereinigt. Berufen, demütig und einfältig zu sein, wenn ich vor Gott stehen; in meinen Entscheidungen aber klug und weise.

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Ein Gedanke hat sich mir besonders eingeprägt: dienen mit der Mentalität eines Königs. Für mich bedeutet das nicht nur, mit Exzellenz und Hingabe zu dienen, sondern auch, aus den richtigen Gründen zu dienen. Nicht aus dem Verlangen heraus, durch das Dienen etwas für mich selber zu erreichen, z.B. mehr mit mir selbst im Reinen zu sein, gemocht zu werden, oder endlich das Gefühl zu bekommen, dass ich auf den Wert, mit dem ich ausgestattet bin ohne jemals gefragt worden zu sein, ob ich das auch will – endlich das Gefühl zu bekommen, auf diesen Wert tatsächlich ein Recht zu haben. Es bedeutet, mit reinem Herzen zu dienen, mit ungeteilten Motiven. Aber wie komme ich dahin? Das habe ich schon so oft gefragt, und noch immer keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Beten kann ich natürlich immer – aber was sonst noch? Aufhören zu dienen, weil es evtl. nicht aus den richtigen Gründen heraus geschieht, oder jedenfalls nicht vollständig – ich kann es nicht einmal genau sagen! – das kann auch nicht die Lösung sein. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, mich jedes Mal, wenn ich vor der Entscheidung stehe, zu dienen, daran zu erinnern, dass Selbstbezogenheit nicht der ausschlaggebende Faktor sein soll. Aber ausreichend kommt mir das auch nicht vor. Außerdem ist ja schon der Akt, immer wieder über diese Problematik zu grübeln, meine Gedanken in Kreisen laufen zu lassen, immer um die Reinheit oder Unreinheit meines Herzens besorgt – das ist doch schon in sich eine Form der Selbstbezogenheit, der Selbstzentriertheit. Ich könnte diese Zeit und mentale Anstrengung auch dazu nutzen, anderen eine Freude zu bereiten – um nur ein Beispiel zu nennen!

Was also soll ich tun? Was kann ich tun außer: weitermachen, mein Bestes geben, und allmählich versuchen, meinte Einstellung zu formen oder formen zu lassen, indem ich Gott suche – Seine Gegenwart, Seine Worte und Gedanken – und indem ich mit Menschen Zeit verbringen, die diese Diener-König-Mentalität verinnerlicht haben und ausleben.

Danke fürs Lesen, und genießt die Woche!

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Servant King

Not either, or – but both

As I’ve been writing about paradoxes, I’m probably a bit sensitized and immediately pricked my ears when I was presented with another one, which I’d like to share with you as well. At the ICF conference “Catching Fire” in Zurich last week, the speaker Dr. Jeffrey Rachmat held a session on the seeming contradiction of power vs. humility, king vs. servant.

One of his main points was that Jesus is both Servant and King – it cannot be separated! A King who serves, a Servant who has the mentality of a king. We are called to have the same attitude, an attitude of serving with a king’s mentality – not with mediocrity, but with excellence and commitment. Called to use the authority given to us, but without arrogance: “Power is for service, not for status.” Called to maintain a hunger for God’s truth and righteousness, but to live a life of abundance which enables us to give generously. Called to be weak in that we depend on the Holy Spirit, but strong in that we have a Kingdom character, burnished and refined. To be humble and foolish when we stand before God, but smart and wise in the decisions we make.

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This is the one phrase that stood out to me most: to serve with the mentality of a king. To me, this means not only serving with excellence and passion, but also serving for the right reasons. Not out of a desire to achieve something for myself through the acts of serving, e.g., to feel better about myself, to be liked, to finally obtain a sense of entitlement for the value I have been endowed with without being asked whether I even want it or not. It means serving with a pure heart, with undivided motives. But how do I get there? I’ve asked this so often, and still have not found a satisfactory answer. Of course I can always pray, but what else can I do? Ceasing to serve because it may not be for the right reason, or at least not completely – I don’t even know! – that cannot be the solution. It might be a beginning to remind myself, whenever I stand in front of the decision to serve, that I do not want self-centeredness to be the driving factor – but it does not seem like enough. Plus, the very act of pondering on this issue, my thoughts wandering in repeated circles, always concerned with the purity or impurity of my heart, is a form of self-centeredness in itself. I could use that time and mental energy to figure out ways to bring others joy, for example!

So what do I do? I guess go on, do my best, and try to gradually shape my attitude or let it be shaped by seeking God’s presence and words and thoughts, and by being around other people who have this servant-king mindset. What else can I do?

Thanks for reading, and have a good week!

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